
Was bist du eigentlich wert?
Okay... lass uns über Wert und Preis reden. Diese Woche hatte ich eine Kundin, die ziemlich viele Dinge machen lassen wollte. Das hier. Das noch. Und das auch. Aber bezahlen wollte sie dafür möglichst wenig.
„Das ist mir alles viel zu teuer.“
Vor 20 Jahren hätte sie für solche Dinge schließlich auch weniger bezahlt. Und wenn es bei mir so viel kostet, dann lässt sie es eben nicht hier machen.
Und irgendwann habe ich zu ihr gesagt:
Qualität hat einen Preis.
Seitdem geht mir dieser Satz nicht mehr aus dem Kopf. Denn eigentlich geht es gar nicht darum, ob etwas teuer oder günstig ist. Es geht um den Unterschied zwischen Preis und Wert.
Wenn du bei mir eine Behandlung buchst, bezahlst du nicht nur für die Produkte, die ich in diesem Moment benutze.
Du bezahlst für meine Zeit. Für mein Fachwissen. Für meine jahrelange Ausbildung und Erfahrung.
Für all das, was ich weiterhin lerne. Für die Gedanken, die ich mir über deine Haut mache. Und ja, auch für meine Leidenschaft und die Liebe zu dem, was ich tue.
Wer schon länger meine Kundin ist, weiß, wie viel Herzblut ich in meine Arbeit stecke. Und ich glaube sogar, dass meine Kundinnen oft viel mehr von mir bekommen als das, was am Ende auf der Rechnung steht.
Und wenn jemand für sich entscheidet, dass ihm das diesen Preis nicht wert ist?
Dann ist das okay. Wirklich.
Aber dann bist du vielleicht einfach nicht meine Kundin.
Und auch das ist okay. Ich muss nicht für jeden die Richtige sein.
Und dann kam übrigens noch ein Satz:
„Du bist doch selbstständig. Das Geld landet doch sowieso in deiner Tasche.“
Ich musste ein bisschen schmunzeln. Jeder darf selbst entscheiden, ob und wie viel Trinkgeld er gibt. Darum geht es überhaupt nicht. Aber eine Sache kann ich euch versprechen: Nur weil jemand selbstständig ist, landet noch lange nicht alles, was auf einer Rechnung steht, am Ende in seiner Tasche.
Und ja, ich werde meine Preise wieder anpassen.
Ich orientiere mich dabei übrigens ziemlich wenig daran, was Studio A oder Studio B verlangt. Ich bin nicht in Frankfurt. Ich bin nicht in Bad Nauheim.
Ich bin in Florstadt.
„Ah Joy, aber genau das ist doch der Punkt. Du bist eben nicht in Frankfurt oder Bad Nauheim.“
Genau. Und warum sollte mein Wissen deshalb weniger wert sein?
Warum sollte eine fundiert ausgebildete Kosmetikerin mit jahrelanger Erfahrung und Fachwissen in Florstadt weniger wert sein als dieselbe Kosmetikerin 20 oder 30 Kilometer weiter?
Vielleicht ist es sogar eine Bereicherung, so etwas direkt vor der eigenen Haustür zu haben.
Denn am Ende ist es nicht nur das Produkt. Es ist nicht allein Dr. Belter, ein Gerät oder irgendein Wirkstoff.
Die Geheimzutat bin ich.

Es ist die Kombination aus Kosmetik und Wissen. Aus Erfahrung und Gefühl.Aus Produkt und der Person, die weiß, wann, warum und wie sie es einsetzt.
Und während ich darüber nachgedacht habe, ist mir aufgefallen:
Eigentlich gilt das nicht nur für Kosmetik. Vielleicht verkaufst du dich in deinem Beruf unter deinem Wert. Vielleicht in einer Freundschaft. Vielleicht in einer Beziehung.
Vielleicht machst du dich kleiner, damit andere dich akzeptieren. Vielleicht verlangst du weniger, weil du Angst hast, dass sonst niemand kommt.
Aber Menschen, die deinen Wert nur sehen, solange du dich unter Wert verkaufst, sehen deinen Wert vielleicht gar nicht.
Ich möchte nicht möglichst viele Kundinnen. Ich möchte die Kundinnen, die meine Arbeit wertschätzen.
Die sehen, was sie hier bekommen.
Denn genau für diese Menschen gebe ich am Ende sowieso viel mehr, als irgendeine Behandlung bezahlen könnte.
Verkauf dich nicht unter deinem Wert, nur damit du für andere günstig genug bist.
Schön, dass du da bist.
Du bringst den Kaffee. Ich bringe die Kosmetik.
Bis zur nächsten Kaffeepause!
Joy
