Was, wenn wir uns falsch einschätzen?
Okay... lass uns heute darüber reden, was Mama sein bedeutet.
Heute hat mich mein Sohn angerufen.
Die Kinder sind gerade in den Ferien. Erst zwei Wochen bei mir, dann zwei Wochen bei ihrem Papa und jetzt sind sie noch bei ihrer Oma. Natürlich sehen wir uns zwischendurch, aber trotzdem vermisse ich sie.
Am Telefon habe ich ihm gesagt, dass ich ihn vermisse.
Dann hat er mir auf Portugiesisch etwas gesagt, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe.
Er sagte, dass er mich sehr vermisst. Dass er sich gar nicht vorstellen kann, wie es wäre, ohne mich zu sein. Dass er gar nicht wüsste, was er machen würde, wenn er mich nicht hätte.
Ich war so berührt.
Für einen kurzen Moment wollte ich ihn bitten, das noch einmal zu sagen, damit ich es aufnehmen und für immer behalten kann. Aber ich habe es nicht gemacht. Ich habe einfach zugehört und diesen Moment genossen.
Nachdem wir aufgelegt hatten, habe ich nur gedacht:
"Mein Schatz... du musst dir gar nicht vorstellen, wie ein Leben ohne mich wäre. Solange ich kann, werde ich immer da sein. Und ich möchte mir genauso wenig vorstellen, wie ein Leben ohne dich wäre."
Danach musste ich über mich selbst nachdenken. Ich mache mir so oft Gedanken, ob ich als Mama genug bin. Ob ich genug Zeit schenke. Ob ich genug lache. Ob ich manchmal zu streng bin. Ob meine Kinder später einmal gerne an ihre Kindheit mit mir zurückdenken. Oder ob sie sich nur an die Mama erinnern, die immer organisiert, erzieht und Grenzen setzt.
Diese Gedanken begleiten mich öfter, als mir lieb ist. Und ich glaube, gerade wenn man vieles alleine trägt, werden diese Zweifel manchmal noch lauter.
Dieser eine Satz meines Sohnes wird nicht alle Zweifel verschwinden lassen. Wahrscheinlich werde ich mich auch morgen wieder fragen, ob ich alles richtig mache.
Aber heute hat er mir etwas geschenkt. Das Gefühl, dass ich vielleicht doch auf dem richtigen Weg bin.
Dass all die Liebe, die ich jeden Tag versuche zu geben, bei meinen Kindern ankommt.
„Ah Joy... aber meine Kinder sagen sowas nie.“
Vielleicht nicht. Vielleicht zeigen sie ihre Liebe auf eine ganz andere Art. Mit einer Umarmung. Mit einem Blick. Damit, dass sie nachts nach dir rufen, wenn sie Angst haben.
Oder einfach damit, dass sie sich bei dir sicher fühlen.
Vielleicht merken wir Mamas manchmal gar nicht, wie viel von unserer Liebe längst bei unseren Kindern angekommen ist.
Falls du dich heute auch fragst, ob du genug bist... Bleib dran.
Denn ich glaube, genau diese Frage stellen wir uns nur, weil wir jeden Tag versuchen, unser Bestes für unsere Kinder zu geben.
Und vielleicht brauchen wir manchmal einfach einen kleinen Moment, der uns daran erinnert.
Schön, dass du da bist. 🤍
Du bringst den Kaffee. Ich bringe die Kosmetik.
Bis zur nächsten Kaffeepause!
Joy

Wunderschön geschrieben!
Und das wundervolle daran ist — wir tun es ja nicht DAMIT unsere Kinder uns sowas sagen… wir tun es, weil wir Mamas sind. 💜
Und wenn wir unseren Kindern den Ausdruck von Liebe und Wertschätzung vorleben, dann werden sie diese ebenfalls austeilen.
Es sind genau diese Momente, wie mit deinem Sohn am Telefon, die einem das bewusst werden lassen, und mit denen man gar nicht gerechnet hatte. 🫶
Das stimmt ♡ Wir machen all diese Dinge nicht, um irgendwann etwas dafür zurückzubekommen. Und vllt berühren uns genau deshalb diese unerwarteten Momente so sehr. Danke für deine wunderschöne Worte.